Geschichte
Der Katholischen Kirche dürfte dies anfangs unklar gewesen sein, weswegen immer wieder versucht wurde, die heidnischen Bräuche zu unterbinden. Diese Bestrebungen scheiterten am jahrtausende altem Brauchtum, so dass wie bei vielen anderen Feiertagen dann doch das Positive für die christliche Sache herausgezogen und betont wurde. Es fand hier, wie oben schon erwähnt bei Weihnachten, eine Überlagerung des Brauchtums durch neue christliche Einflüsse statt. Angesprochen wurde die Umkehr aller Werte, die in der Fastnachtszeit zelebriert wurde, die unweigerlich zum Chaos führen musste. Dem chaotischen Kosmos der närrischen Welt wurde mit dem Aschermittwoch ein Ende gesetzt und der göttlich-mittelalterlichen Ordnung in ihrer Unveränderbarkeit der kosmisch-irdischen Hierarchie zu ihrem ‚Recht' verholfen. Der Begriff Fastnacht deutet allerdings auch deutlich den christlichen Aspekt an. Im christlichen Jahreskalender bzw. dem Kirchenjahr ist die Zeit vor Ostern die vierzigtägige Zeit des Fastens, in welcher die Wiederauferstehung des Herrn in Jesu Christi als Zeit der demütigen Enthaltsamkeit und eines entsprechend besonders gottgefälligen Lebens gefeiert wird. Die Faschings- bzw. Fastnachtszeit erlaubt hier noch einmal vor Aschermittwoch das Ausleben menschlichster Triebe, die sich unter anderem im ausgiebigen Schmausen, Trinken, Unfug treiben oder sonstigen ‚fragwürdigen' Vergnügungen Ausdruck verleihen. Hier wird das Miteinander von heidnischem Ursprung und christlicher Bedeutungszuweisung besonders deutlich. Soziale Spannungen werden in dieser Zeit durch die Umkehrung der Gebräuche und Sitten abgebaut und kanalisiert. Für die Psychologie der Moderne täte sich hier ein spannendes Forschungsgebiet zum Spannungsverhältnis Mensch und Macht auf. Getrost kann hier zum Schluss Goethes Wort im Osterspaziergang angeführt werden, als er Faust im Gespräch mit Wagner das Volk bei seinen Festlichkeiten besuchen und fast befremdlich spöttelnd bewerten lässt: Selbst von des Berges fernen Pfaden Blinken uns farbige Kleider an. Ich höre schon des Dorfs Getümmel, Hier ist des Volkes wahrer Himmel, Zufrieden jauchzet groß und klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!
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